2. Peiner Autismustag am 09.04.2016 – Bericht

PerlAWillkommen

Der Tag danach….Wir sind immer noch überwältigt und finden gar nicht die richtigen Worte.

Es war ein spannender und aufregender Tag und wieder hat sich das Gemeindehaus der ev.luth. Kirchengemeinde als geeigneter Ort präsentiert. Das Wetter meinte es gut mit uns und so konnten die Pausen, Erholungsphasen und die ersten zaghaften Gespräche und neuen Kontakte auch unter freien Himmel genutzt werden.

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Noch vor der offiziellen Einlasszeit bzw. bevor die Veranstaltung eröffnet wurde und die Infostand-Teilnehmer mit dem Aufbau fertig waren, zog es die ersten Besucher an. Scheinbar wollte es sich niemand nehmen lassen, auch nur eine Sekunde der Veranstaltung zu verpassen.

Man hatte tatsächlich das Gefühl, die Kleinstadt Peine ( so dürfen wir uns nennen mit 50.000 Einwohnern) entwickelt sich gerade zur Welt-Autismus-Metropole.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde die Dia-Show „Gedanken in Bildern“ von Regine Winkelmann abgespielt. An dieser Stelle noch einmal recht herzlichen Dank an Regine Winkelmann für die Erlaubnis, diese einzigartige und zu Gänsehaut führenden Eindrücke in Wort und Bild mit entspannter Hintergrund-Musik präsentieren zu dürfen.

Nach einer sehr erfrischenden und humorvollen Einleitung durch unseren Moderator Carsten Donath zur Eröffnung des Symposiums fand auch die Initiatorin von PerlA2016, Andrea Dünow, noch einige Worte und bedankte sich bei allen Unterstützern und Helfern, die es ermöglicht haben, den 2. Peiner Autismustag zu veranstalten.

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Die Schirmherrschaft bei PerlA2016 übernahm Ulrich Germershausen, der in seiner lockeren und gelungenen Rede (Anm: Die Nervosität hat man Ihnen wirklich nicht angesehen) viele Aspekte, Sichtweisen und Problematiken zum Thema Autismus auf den Punkt gebracht hat.

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Den ersten Vortrag des Tages hielt Anita Dralle (Dralle-Coaching) zum Thema „Schule vorbei! – Was nun?“.

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Der Vortrag wurde durch eine Dia-Präsentation intensiv unterstützt und mit Erläuterungen zum besseren Verständnis einfühlsam und detailliert verinnerlicht. So wurde „Hilfe zur Selbsthilfe“, „Stärke stärken“, „Schwächen schwächen“ und viele weitere und informative Aspekte vorgestellt, erläutert und Informationen verständlich weitergegeben.

Nach einer kleinen Pause ging es mit der ersten Gesprächsrunde weiter. Vier Mütter und gleichzeitig Ehefrauen von Autisten standen dem Publikum Rede und Antwort. Das Publikum durfte nach einer kurzen Vorstellung der Teilnehmer sofort aktiv an der Gesprächsrunde teilnehmen und zögerte auch nicht lange mit den ersten Fragen.

Zitat von Christina Ivanof:“Mir ist ziemlich egal, was ein NT über meinen Sohn sagt, ich frage immer Autisten, sie leben schließlich damit“

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An dieser Stelle Dankeschön anHeidrun Adler, Christina Ivanof,  Tanja Baumann, und Annett Hartung  für die teilweise sehr persönlichen Einblicke.

Nach einer weiteren Pause (die für alle Anwesenden sehr wichtig war und auch sehr gerne angenommen wurde) ging es mit der zweiten Gesprächsrunde „Erwachsene Autisten teilen sich mit“ weiter. Hier durften wir Imke Heuer, Sam Becker,  Matthias Voss, Sascha Baumann und Kristina Meyer-Estorf als Gesprächsteilnehmer begrüßen.

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Eine Frage aus dem Publikum war: „Was würdet ihr euren Eltern aus heutiger Sicht sagen?“

Sam Becker: „Akzeptiert mich so, wie ich bin“

Sascha Baumann: „Ich mache meinen Eltern den Vorwurf, dass sie in meiner Kindheit der Verdachtsdiagnose nicht nachgegangen sind“.

Die letzte Frage in dieser Runde kam vom Moderator Carsten Donath und war wohl die wichtigste Frage des Tages:“Möchtet ihr den Autismus los werden“ – Einhellige Antwort: „Nein“.

Der 2. Vortrag kam von Regine Winkelmann, die alle Zuhörer in ihren Bann zog und motivierte, das alle so sein dürfen, wie sie sind und ihren Vortrag mit Fotos aus der Dia-Show „Gedanken in Bildern“ untermalte und Auszüge aus ihrem Buch „Früher war ich falsch…heute bin ich anders“ zitierte.

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In der dritten Gesprächsrunde „Gute Schulformen für Autisten“ durften wir Anita Dralle, Ingeborg Tjarks, Regine Winkelmann und Ulrich Germershausen begrüßen. Frau Ingeborg Tjarks erzählte, wie Inklusion und Integration aus der Sicht der CJD Braunschweig auch für Autisten funktionieren kann und ging somit als gutes Beispiel voran, das es durchaus gute Schulformen für Autisten gibt und die Umsetzung an Regelschulen aus Kostengründen schwer durchzuführen ist, aber durchaus machbar wäre. Das Publikum nahm rege an der Gesprächsrunde teil und musste aus Zeitgründen etwas abgebremst werden.

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(Auf diesem Foto fehlt Anita Dralle, die uns für unseren Blog die Fotos zur Verfügung gestellt hat und während des ganzen Tages neben allen anderen Arbeiten auf noch das Fotografieren übernahm)

Für die drei Gesprächsrunden wurde jeweils eine Stunde eingeplant, die leider zu schnell vergingen und für die Zukunft verlängert werden muss.

Das Konzept der Veranstaltung, die wahren Experten über Autismus zu Wort kommen zu lassen, ist komplett aufgegangen und hat diesen 2. Peiner Autismustag, der unter dem Motto „Wir reden nicht über Autisten, sondern mit ihnen“ stand, zu etwas ganz besonderem gemacht.

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Wir konnten unser Programmablauf zeitlich nicht ganz einhalten, wodurch es zu Zeitverschiebungen kam. Aufgrund dessen musste unser Moderator Carsten Donath während der letzten Gesprächsrunde die Veranstaltung verlassen, um seinen Zug in Richtung Heimat noch zu bekommen. Dadurch konnte es zu keiner richtigen Verabschiedung und Danksagung an Carsten Donath kommen. Dies holen wir auf diesem Wege leider etwas unpersönlich nach. Ganz lieben Dank Carsten für deine lockere und humorvolle Art uns zu unterhalten, die Ruhe und Ratschläge, die du für jeden parat hattest, der es gerade benötigte und Danke, das du PerlA wieder einmal mit deiner Anwesenheit bereichert hast.

Unsere Infostände, die parallel zum Veranstaltungsprogramm für die Öffentlichkeit aufgesucht werden konnte, fand stets großen Ansturm.

Am Stand von LunA eV fanden auch die Interviews für die Sendung „Richtig Autistisch“ von Radio Blau statt. Am 24.04.2016 von 16 – 18.00 Uhr ist bei Radio Blau 2 Stunden lang über die Reise nach Peine, die Eindrücke der Veranstaltung sowie die Interviews zu hören. Hier die weiteren Sendetermine für 2016 :

24.04.2016 – 19.06.2016 – 14.08.2016 – 09.10.2016 und 04.12.2016, jeweils von 16.00 – 18.00 Uhr. Nähere Informationen und Kontakt über www.radioblau.de & www.leipzig-und-autismus.de.

In diesem Zusammenhang möchten wir auch noch einmal auf die Kino-Aufführungen von Richtig Autistisch aufmerksam machen. Ein Film über eine Familie im Autismus-Spektrum.

Am 18.04.2016 um 19.30 Uhr im Cinemaxx Wuppertal und am 20.04.2016 um 19.00 Uhr im Passage-Kino Leipzig. Nähere Infos über www.medienprojekt-wuppertal.de

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Das Schlusswort hielt Heidrun Adler als Mit-Initiatorin der Autismus Peine Selbsthilfegruppe…

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…und wir können nur noch hinzufügen, es war nur Schluss für den 09.04.2016, aber wir sehen uns wieder am 07.04.2018 beim 3. Peiner Autismustag.

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Über den Tag verteilt konnten wir eine Besucherzahl von 350 Personen verzeichnen.

Bereits vor Ort und wenige Stunden nach Beendigung des 2. Peiner Autismustages erhielten wir so viel positives Feedback, wofür wir uns recht herzlich bedanken möchten.

Wenn auch Sie uns ein Feedback zukommen lassen möchten, sofern Sie anwesend waren, so würden wir uns sehr freuen. Sie können dafür unser Gästebuch benutzen.

Hier vorab das wohl größte Lob, welches eine Veranstaltung erhalten kann von Michael Schmitz, der ebenfalls mit einem Infostand vor Ort anwesend war http://www.autismus-buecher.de/ :

Es war wirklich die beste Veranstaltung zum Thema Autismus, an der ich bisher teilgenommen habe. Danke an alle, die Offenheit und Ehrlichkeit“

Wir sagen recht herzlichen Dank, auch an unsere Förderer und Unterstützer

AOK-Logo

Kreissparkasse Peine

Stiftung Irene, Hamburg

Weitere Bilder finden Sie in unserer Galerie.

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2 Antworten zu 2. Peiner Autismustag am 09.04.2016 – Bericht

  1. perfecty me schreibt:

    Du hast dir umsonst Sorgen gemacht. Ihr habt das toll organisiert ( soweit ich es lese) und du kannst zurecht Stolz auf Dich sein und natürlich deinen Helfershelfern. ❤

    Gefällt 1 Person

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